Samstag, 12. Juli 2008

Sie möchten also der nächste Warren Buffett sein? - Wie gut können Sie schreiben?


Frei übersetzt nach dem Original von Mark Sellers

Es gibt viele tausende professionelle Geldmanager und viele Millionen Einzelner, die Tag ein Tag aus versuchen an den Börsen dieser Welt zu gewinnen.

Warum sollten gerade Sie – gegenüber diesen Individuen im Vorteil sein?

Nun offensichtlich besteht in diesem Spiel eine Analogie zur Geschäftswelt:

Wundervolle Unternehmen erzielen nur deshalb Jahr für Jahr herausragende Ergebnisse weil sie über nachhaltige Vorteile verfügen, die von ihrer Konkurrenz nicht zunichte gemacht werden können.

Man denke bezüglich dieser Vorteile beispielsweise an das Verbrauchermonopol Coca Cola's oder MC Donalds'. Aber auch an das Kostenmonopol Wal Mart's, den Netzwerkvorteil ebay's und die Patentrechte von Bosch. Obwohl die Konkurrenten dieser Unternehmen genau wissen, was die Verbraucher an diesen Produkten so schätzen sind sie nicht in der Lage den Monopolstatus dieser Unternehmen zu stürzen.

Was ist es also das ein Investor der Masse Gleichgesinnter voraus haben könnte, das es ihm ermöglicht konsistent herausragende Ergebnisse zu erzielen?

Man könnte dabei an einen Wissensvorsprung denken. Ohne Frage – zweifellos ist Wissen eine Voraussetzung für Erfolg – auch in diesem Geschäft. Aber wir sprechen hier nicht von einem nachhaltigen Vorteil: Die Jahresberichte Buffetts sind jedem Menschen, der Englisch versteht offen zugänglich! Auch die Auswahl an Büchern ist mehr als ausreichend – Wissen ist also kein Differenzierungsmerkmal!

Das selbige gilt für Bildung: Nicht jeder kann sich einen Mastertitel leisten – dieser ist aber auch gar nicht erforderlich!

Ganz im Gegenteil: Die Theorie, die an den Hochschulen gelehrt wird ist sogar unzweckmäßig in dem Sinne, dass viele theoretischen Modelle auf die Realität einfach nicht übertragbar sind.

Diese Lektion mussten 2 Nobelpreisträger und ihr Team, genannt Long Term Capital Management am eigenen Leibe erfahren – aber dazu später mehr.

Eine weitere Sache, die weithin überschätzt wird: Erfahrung!

Ein Investor, der stets aus seinen eigenen Fehlern lernen würde, ist besser als einer, der seine Fehler ignoriert, dennoch hätten beide eines gemeinsam: Letzten Endes würde beiden das Geld ausgehen.

Deshalb muss ein Investor aus den Fehlern Anderer lernen - getreu der Maxime:

„Es ist eine Ehre für sein Land zu sterben, also gehen Sie lieber auf Nummer sicher, dass diese Ehre einem Anderen zuteil wird!“

Was ist es also, dass einen Superinvestor von all den anderen Möchtegern-Profis unterscheidet.

Die Antwort liegt in der Charakterlichen Struktur: Aufgrund geeigneter Gene und einer frühen Fokussierung auf unternehmerisches Denken (Warren begann „sein Business“ mit 5 Jahren!) prägt sich eine Gehirnstruktur aus, die es einem Superinvestor ermöglicht selbst in schwierigen Situationen rational zu denken – und auch zu handeln!

Im Folgenden werde ich auf sechs grundlegende Charakterzüge eingehen, die nur die wenigsten Investoren in ihrer Gesamtheit besitzen.

Die Fähigkeit habgierig zu sein, wenn alle Anderen angstvoll sind - und umgekehrt voller Vorsicht zu sein wenn alle Anderen euphorisch sind, kennzeichnet einen unabhängigen Investor.

Jeder denkt er könne sich dem Einfluß des Kollektivs entziehen – aber wenn der nächste Crash kommt werden – wie in jeder Krise – die Beine in die Hand genommen und der Verstand ausgeschaltet.

Dies ist menschliches Instinktverhalten, und diese Instinkte lassen sich nicht einfach abschalten.

In Euphoriephasen tritt genau dasselbe Phänomen auf: 1999 hätte eigentlich alle Investoren die absurd hohen Unternehmensbewertungen im Technologiesektor auffallen müssen. (Amazon kostete mehr als alle Buchhandlungen der USA zusammengenommen!) Nun, was fand sich demzufolge in ihren Portfolios wieder? Sie können es sich denken: Yahoo, Microsoft, Intel und Amazon!

Eine Randbemerkung sei mir vergönnt: '99 titelte Barron's:“Was ist los mit dir Warren?“

(Warren konnte der Euphorie für überteuerte Technologieunternehmen damals nichts abgewinnen und warnte deshalb vor zu hohen Erwartungen seitens der Investoren und Anleger)

Kurz darauf crashte der Tech-Sektor und nicht Buffett sondern Barron's stand da wie ein Idiot.

Der zweite Punkt ist: Leidenschaft bis zur Besessenheit. Diese Investoren wachen morgens auf und murmeln noch im Halbschlaf was sie an der Bilanz von Unternehmen X nicht nachvollziehen können.

Diese Menschen denken 25 Stunden am Tag über Unternehmen und deren wirtschaftliche Perspektiven nach, gut möglich dass sie nach medizinischem Urteil (und vielleicht auch nach „common sense“) geisteskrank sind.

Der dritte Aspekt ist die Fähigkeit aus Fehlern zu lernen – insbesondere aus den Fehlern anderer!

Letzten Endes hat es in der Investmentwelt alles schon einmal gegeben, der Name der Krise und der Name der Blase mag ein anderer sein, aber was macht das schon für einen Unterschied?

Großartige Investoren analysieren vergangene Ereignisse und verstehen die Fehler Anderer, die sie dann tunlichst nicht wiederholen.

Das hört sich alles Einleuchtend ein aber machen Sie doch einmal den Selbsttest: Gestehen Sie sich Fehler ein und analysieren diese – oder ignorieren und verdrängen Sie sie, wie das Gros der Investoren?

Ein außergewöhnlicher Investor schaltet Risiken von vorne herein aus. Er besitzt die Eigenschaft prophylaktisch zu denken – dazu Buffett:“Das ganze Konzept von Risikomanagement macht für mich nicht viel Sinn, ich bin von vorne herein bereits auf Sicherheit bedacht“.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf Long Term Capital Management zurückkommen: Wie ist es möglich, dass ein Team von 60 Doktoren inklusive 2 Nobelpreisträgern nicht in der Lage ist zu erkennen, dass sie einen offensichtlichen Fehler machen? Dies ist nur mit blindem Vertrauen zu erklären: Anstatt zurückzutreten und sich zu fragen ob die getroffenen Entscheidungen rational sind, vertraute das Team blind ihren Computersimulationen, die in der Theorie bestens funktionierten. In der „wirklichen Welt“ jedoch nicht, wie wir heute wissen.

Einen weiteren nachhaltigen Vorteil besitzen diejenigen, die in der Lage sind beide Gehirnhälften einzusetzen. Dabei kümmert sich die linke Hälfte um alles Rationale (Unternehmensbewertung, Kalkulation etc.) und die rechte Hälfte um alles Subjektive – beispielsweise die Beurteilung eines Management Teams. Auch Humor und Menschlichkeit zeichnen einen außergewöhnlichen Investor aus, denn ohne zwischenmenschliche Beziehungen kann kein Mensch glücklich und ausgeglichen sein.

Die wichtigste Fähigkeit von allen ist es jedoch selbst in Extremsituationen, einen klaren Kopf zu behalten und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen. Stellen Sie sich vor Sie wachen morgens auf und um Sie herum steht alles in Flammen – was würden Sie tun? Nun gewiss nicht ruhig liegen bleiben und nachdenken! Die Investoren, die selbst in Situationen größter Panik in der Lage sind ihre besten Entscheidungen zu treffen besitzen einen riesengroßen Vorteil!


Ich würde argumentieren, dass diese Charaktereigenschaften, in ihrer Gesamtheit nicht erlern- oder kopierbar sind, weil die erforderlichen Gehirnstrukturen bereits im Kindesalter festgelegt werden.

Unterziehen Sie sich einem kritischen Selbsttest und finden Sie heraus wie viel „Superinvestor“ in Ihnen steckt!






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